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Rettet die Meere 2

Wednesday, November 1st, 2006

Mit Ueberfischung bezeichnet man die uebermaessige Dezimierung des Fischbestandes in einem Gewaesser durch Fischfang. Ueberfischung liegt vor, wenn in einem Gewaesser dauerhaft mehr Fische gefangen werden, als durch natuerliche Vermehrung nachwachsen.

Weil die meisten Fische eine hohe Fortpflanzungsrate haben, hat die Fischerei jahrtausendelang funktioniert – aus dem ‘Ueberschuss’ an Fischen kann ein Teil verwertet werden, ohne die Art zu gefaehrden. Wird jedoch wie seit Jahrzehnten zuviel gefischt, koennen die Verluste nicht mehr ausgeglichen werden. Und je kleiner der Fischbestand, desto kleiner auch der natuerliche Zuwachs.

Die Auswirkungen der Ueberfischung sind oft erst nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten feststellbar, weil andere Spezies die Rolle der ueberfischten Fischart im natuerlichen Nahrungskreislauf uebernehmen.

Aber heute sind bereits ca. 60% der wichtigsten Fischbestaende bis an die Grenzen befischt, ueberfischt oder bereits erschoepft.

1997 waren von den etwa 20 Speisefischarten der Nordsee alle bis auf eine voellig ueberfischt.
In Kanada ist die florierende Dorschfischerei mit 30.000 Arbeitsplaetzen durch Ueberfischung der Bestaende 1990 vollstaendig zusammengebrochen.

thunfisch
Das ist Thunfisch 
Leidtragende sind auch die Menschen vieler Inselnationen im Pazifik, deren Ueberleben vom lokalen Fischfang abhaengt.
Aber technisch hochgeruestete Flotten der Industrienationen und Piratenfischer pluendern die Thunfischbestaende des Pazifiks und reduzieren die Ertraege der lokalen Fischer.

Die Thunfischflotte der EU hat 67 Schiffe, und nachdem die eigenen Fischgruende bereits erschoepft sind, werden jetzt fremde Gewaesser befischt – die groessten Fabrikschiffe dieser Flotte sind bis zu 100 Meter lang und koennen bis zu 120 Tonnen Fisch an zwei Tagen fangen. Das ist die Fangmenge der einheimischen Fischer in einem Jahr!

thunfisch-dose Auch das ist Thunfisch Legalisiert wird der Fang durch Fischereiabkommen. Die Flotten bezahlen fuer das Recht, in den Hoheitsgewaessern der pazifischen Staaten zu fischen, etwa fuenf Prozent des Preises, den Thunfisch auf dem Weltmarkt einbringt. Der Grossaugen- und der Gelbflossen-Thunfisch sind bereits ueberfischt und ein totaler Zusammenbruch wird in den naechsten Jahren erwartet, wenn die Fangquoten nicht drastisch reduziert werden.

Der Thunfisch ist fuer die Ernaehrung der pazifischen Inselbevoelkerung von grundlegender Bedeutung. Im Mittel werden 55 Kilogramm Fisch pro Kopf jaehrlich konsumiert, viermal mehr als der globale Durchschnitt. Fischfang ist oft die einzige Nahrungs- und Einnahmequelle.

Frueher gab es in Europa grosse Lachsschwaerme. Der Rhein z.b. bot den Lachsen bis ins 19. Jahrhundert eine Heimat, aber sie verschwanden, als die Verschmutzung des Rheins durch die wachsende Industrie zunahm.

lachs
Lachs
In Alaska und Kanada wurde der Bestand des Pazifischen Lachs ab etwa 1900 durch Ueberfischung mittels Fallen, die ganze Fluesse sperrten, sowie durch Wasserkraftanlagen stark dezimiert.

Heute sind an vielen Stauwehren Fischtreppen fuer Lachse angebracht und es darf nur noch kontrolliert gefischt werden. Eine Reaktion auf diese Beschraenkung ist die Gruendung von Lachsfarmen (siehe auch Aquakultur), die aber wiederum durch z.B. Verschmutzung des genutzten Meerwassers den Wildlachs weiter dezimieren.

Fuer die Natur selbst ist das sicher kein Problem – Meereslebewesen sind immer wieder gekommen und gegangen, der Natur ist es egal, welche oder wie viele Fische sich im Meer tummeln. Aber wie ist es mit den Menschen, deren Ueberleben vom Fischfang abhaengt? Naturschutz ist Menschenschutz!

Schlaegt die Natur zurueck?

Aber obwohl es fuer die Natur keine Rolle spielt – kann sie zurueckschlagen?

stachelrochen
Stachelrochen
Der bekannte australische Dokumentarfilmer Steve Irwin, bekannt durch “Crocodile Hunter – Auf Crash-Kurs“, starb am 4. September 2006 bei Unterwasseraufnahmen am Great Barrier Reef an den Folgen des Stichs eines Stachelrochens ins Herz. (He Changed Our World – Steve Irwin Memorial Tribute [UK IMPORT])

Im Oktober wurde ein 81-jaehriger Amerikaner ebenfalls von einem Rochen ins Herz gestochen – der Rochen war aus dem Meer in das Boot des Amerikaners gesprungen!

Diese Ereignisse sind fast unheimlich – und erinnern an Frank Schaetzing’s Bestseller-Roman “Der Schwarm“, in dem die Meeresbewohner sich gegen die Menschen wehren.

Buch- bzw. DVD-Empfehlungen zu diesem Thema:

 
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