naturschutz nein danke

Rettet die Meere?

Viele Menschen lieben das Meer. Und zwar hauptsaechlich den Strand. Schoen soll er sein, sicher, sauber und moeglichst unberuehrt.
So etwa:

strand malediven

Weil natuerlich jeder zu so einem unberuehrten Strand reisen will, sieht es dann in der Praxis leider meistens so aus:

ueberlaufener strand

Die Meere sind aber bedroht:

* industrielle Fischerei dezimiert die Fischbestaende

* Aquakulturen, vielfach als Alternative gepriesen, zerstoeren Mangrovenwaelder, oft die Lebensgrundlage der Einwohner und sind unglaublich verschwenderisch. Fuer ein Kilo Zuchtlachs werden etwa vier Kilo Fisch verfuettert.

* der Klimawandel veraendert Meeresstroemungen, der Meeresspiegel steigt und ueberflutet Landflaechen, und Temperaturveraenderungen des Meerwassers bedrohen ganze Tierarten, die unter den veraenderten Bedingungen nicht leben koennen.

* Verschmutzung: die Meere sind der Welt groesster Abfallhaufen
Spektakulaere Bilder von Tankerunfaellen gehen um die Welt. Zu besonderer Beruehmtheit hat es die EXXON VALDEZ gebracht, aber das ist nur ein Tanker von vielen. (Tankerunfaelle)

Oelpest

Und diese Tankerunfaelle sind zwar spektakulaer und erhalten viel Aufmerksamkeit, aber ihr Beitrag zur Verschmutzung der Meere ist verschwindend gering im Vergleich zu Haushalts- und Gewerbeabwaessern, staedtischen und industriellen Abflussrohren, Freisetzungen durch Unfaelle oder Explosionen, Verklappung auf See, Rueckstaenden aus dem Bergbau, Duengern und Pestiziden aus der Landwirtschaft, Abwaerme und radioaktiven Muell.

Alleine beim Betrieb der russischen Kriegsmarine fallen jaehrlich ca. 20.000 cbm fluessige und 6.000 cbm feste radioaktive Abfaelle an.
Tausende Container, dazu hunderte Schiffe und U-Boote, in denen sich noch Reaktoren und Kernbrennstoffe befinden, wurden schon – vor allem in der Karasee und Barentssee, aber auch in die fernoestlichen Meere – versenkt.

Das Phytoplankton der Meere produziert etwa 50% des Sauerstoffs der Erde. UV-Strahlen (Ozonloch) und Temperaturerhoehungen fuehren zum Sterben des Planktons. Weniger Plankton bedeutet wiederum eine Erhoehung des Kohlendioxidanteils der Atmosphaere und damit eine weitere Erwaermung. Ein unangenehmer Kreislauf. Ausserdem kommen etwa 15% des vom Menschen verbrauchten Eiweisses aus dem Meer.

Andererseits – seit ca. 3,5 Milliarden Jahren gibt es Leben im Meer, trotz Hitzeperioden und Eiszeiten, der Verschiebung der Kontinente und des Untergangs und der Neuentstehung von Weltmeeren. Und es gibt Leben auch dort, wo man es nicht erwarten wuerde – Bakterien und Roehrenwuermer etwa in der Tiefsee in der Naehe der “Black Smokers” – Erdspalten, aus denen 300 Grad heisses Wasser aufsteigt und grosse Mengen an Schwefel freigibt, der die Nahrungsgrundlage der Bakterien bildet – und die in einer erstaunlichen Symbiose in Roehrenwuermern leben, die nicht mal ein eigenes Verdauungssystem haben, und diese ernaehren.

Wenn Leben die Jahrmilliarden ueberdauern und unter solchen extremen Bedingungen existieren kann, besteht da wirklich die Gefahr, dass die Meere sterben?

Der Aralsee, noch 1960 ein grosses Binnenmeer, ist bis 1998 um die Haelfte seiner Flaeche geschrumpft. Das Volumen ist auf ein Viertel zurueckgegangen, der Wasserspiegel um 26 Meter gefallen und das Ufer um ca. 100km zurueckgewichen. Der Aralsee hat sich in zwei Teile gespalten, einen noerdlichen kleineren und einen groesseren suedlichen Teil, wobei der Salzgehalt im grossen See fortwaehrend steigt und 2003 das 2,4fache des Meerwassers (87 g/l) erreicht hat. Damit ist der See biologisch tot.
In weiteren 70 Jahren wird er voraussichtlich ganz verschwunden sein.

schiff aralsee
Dieses Schiff befuhr einst den Aralsee – jetzt liegt es mitten in einer Wuestenlandschaft.

Wenn die Ozeane leergefischt, radioaktiv verseucht und verschmutzt werden, ist das eine Naturkatastrophe?
Nicht unbedingt – im Laufe der Jahrmillionen werden die Meere sich voraussichtlich erholen und das Leben wird sich ueberall verbreiten, wo sich auch nur die kleinste Chance bietet.

Und selbst wenn nicht – ist nicht auch diese Salzwueste Natur?

salzwueste

Die Natur hat wohl kein Problem mit ein bisschen Verseuchung, Verschmutzung, oder selbst totaler Vernichtung der Meere.
Aber wie sieht es mit dem Menschen aus? Kann die Menschheit auf die Haelfte des Sauerstoffanteils in der Atmosphaere verzichten?
Kann die Menschheit auf 15% des konsumierten Eiweisses verzichten?

Oder – weniger abstrakt und langfristig gefragt – willst Du Deinen Urlaub an einem weissen Sandstrand und blauen Meer verbringen, oder an einer oelverseuchten Muellhalde, an der sich eine stinkende, radioaktiv strahlende, tote Kloake bricht?

Rettet die Meere? Nein. Rettet den Menschen!
Naturschutz ist Menschenschutz!

12 Responses to “Rettet die Meere?”

  1. yannick sivkovich Says:

    Hi
    Ich denke, dass ihr genau in die richtige Richtung steuert!!! Wobei ich der Meinung bin, dass wir vorallem den Tieren eine saubere Welt schuldig sind, denn sie sind Opfer ohne jegliche Schuld zu tragen. Naturschutz ist nńmlich nicht nur Menschenschutz, sondern auch ein Versuch der Wiedergutmachung.

  2. Julia H. Says:

    Hallo!
    Naturschutz um der Menschen Willen? Das ist ja mal wieder typisch der menschliche Egoismus, der da durch kommt!
    Ich bin der ├ťberzeugung, dass der Mensch einfach nur der gr├Â├čte Fehler der Evolution war, denn er lebt nicht mit seiner Umwelt in Einklang, sondern nutzt sie gnadenlos aus. Tiere und Planzen leben doch auch in einem gesunden Verh├Ąltnis zueinander. Warum schafft das der Mensch nicht auch, obwohl er sich immer als h├Âchstentwickeltes Wesen preist? Der Mensch hat sich selbst zu Gott erhoben und meint, die Welt geh├Âre ihm allen, doch das ist falsch!!!
    Aber irgendwann wird auch der Mensch durch seine Gier leiden m├╝ssen. Vielleicht wird die menschliche Spezies sogar durch sich selbst komplett ausgel├Âscht. W├Ąre das etwa schlimm? Ich denke nicht, denn ohne den Menschen ist die Natur einfach besser dran. Denn in Gebieten, wo der Mensch bis jetzt kaum Einfluss genommen hat, gedeiht die Natur besser, Tiere und Pflanzen k├Ânnen sich ungehindert entwickeln.
    Der Mensch ist wie ein Aids-Virus! Wenn er ein ├ľkosystem komplett ausgebeutet hat, sucht er sich das n├Ąchste. Erst waren es die ├╝blichen ├ľlquellen und jetzt sucht man dringend neue und beutet daf├╝r vielleicht sogar bald den Ozean aus!
    Erst wenn der Mensch es schafft, mit seiner Umwelt in Einklang zu leben, hat er es verdient, auf der Erde zu leben!

  3. scout.blue Says:

    Julia,
    sorry, aber ich glaube, Du hast die Website nicht richtig verstanden!

    Abertausende Tier- und Pflanzenarten sind im Laufe der Jahrmillionen ausgestorben, ganz ohne Eingriff des (noch nicht existenten) Menschen. Ein Gleichgewicht in der Natur entwickelt sich brutal und langsam, und nicht harmonisch unter g├╝tiger Anleitung von Mutter Natur (gibts nicht!). Da wurden und werden schw├Ąchere Arten gnadenlos verdr├Ąngt und/oder ausgerottet, bis dann ein (labiles) Gleichgewicht entsteht, das dann wieder durch das Eindringen neuer Arten gef├Ąhrdet wird usw.

    Es bringt auch absolut nichts, den Menschen verbissen vorzuhalten, da├č sie gierig, egoistisch, eine Krankheit etc. sind.
    Es werden keine Wale verschont, weil sie so sch├Ân singen, keine Robbenbabies, weil sie so s├╝├č aussehen, und keine W├Ąlder, nur weil sie schon 10.000 Jahre alt sind. (Auch die Killerwale lassen nicht genug Robben leben, damit sie sich weitervermehren k├Ânnen, weil Killerwale so schlau oder so lieb sind, sondern weil es schlicht nicht genug von ihnen gibt, um alle Robben zu fressen.)

    Der Mensch an sich wird prinzipiell tun, was ihm n├╝tzt! (Das ist im Prinzip noch nicht mal verwerflich, sondern ganz nat├╝rlich!)
    Deshalb ist der beste Weg, den Menschen davon zu ├╝berzeugen, die Natur zu sch├╝tzen, ihn zu ├╝berzeugen, da├č es ihm n├╝tzt (und nicht, ihm ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen – das klappt offensichtlich nicht!)

  4. Julia H. Says:

    Naja, es mag ja sein, dass Robbenbabys oder auch andere Tiere nicht von ihren nat├╝rlichen Feinden verschohnt bleiben. Aber im Gegensatz zum Menschen fressen die R├Ąuber nur soviel sie auch f├╝rs ├ťberleben brauchen. Zudem reguliert sich der Tierartbestand durch eine R├Ąuber-Beute-Beziehung. (Ja, ich hab in der Oberstufe in Biologie gut aufgepasst!)

    Der Mensch hingegen nimmt sich immer mehr, als er eigentlich zum ├ťberleben br├Ąuchte, und ist nicht im Kreislauf der R├Ąuber-Beute-Beziehung inbegriffen, weil er sich unkontrolliert vermehrt, egal ob seine Beutetiere geringer werden. Diesbez├╝glich kommt auch wieder die Frage nach artgerechter Haltung von Zuchttieren wie Schweinen und K├╝hen auf, die ja auch im weitesten Sinn etwas mit Naturschutz zu tun hat.

    Und auch wenn die Natur grausam ist – ich habe niemals das Gegenteil behauptet! – so hat sie doch Regelmechanismen, die ihre eigene Zerst├Ârung verhindern. Der Einzige, der zur Zerst├Ârung der kompletten Erde und des darauf existierenden Lebens f├Ąhig ist, ist der MENSCH!!! Und das beweist doch, das unsere Spezies sich schon unl├Ąngst von Mutter Natur abgespalten hat und nun zu einer tickenden Zeitbombe geworden ist!

    Zudem wird der Mensch auch die Natur dann nicht wirklich sch├╝tzen, weil er es f├╝r sich als Vorteil sieht. Jeder der das aus Eigennutz tun w├╝rde, hat es schon l├Ąngst getan, weil er schlau genug war, aus dem Wort Naturschutz und Artenerhalt das f├╝r sich selbst N├╝tzliche herauszulesen. Wer es bis jetzt nicht kapiert hat, wird es auch in Zukunft nicht kapieren, wenn man ihm vorgaukelt, er m├╝sse die Umwelt nur um seiner Willen sch├╝tzen und die Natur an sich spiele dabei keine Rolle.

    Es geht auch nicht darum, jedes einzelne Tier zu verschohnen, sonst m├╝sste ich ja Vegetarier werden, sondern einfach nur ums Ganze Gro├če, indem man weniger nimmt, eben nur soviel wie wirklich n├Âtig, und wieder etwas zur├╝ckgibt! Allein schon seinen M├╝ll nicht ├╝berall hinzuschmei├čen, w├Ąre ein riesen Fortschritt f├╝r die Menschheit, doch trotzdessen viele wissen, dass es stinkt und h├Ąsslich aussieht (Verletzung des eigenen ├Ąsthetischen Empfindens), ist es ihnen mal deutsch ausgedr├╝ckt “schei├čegal”. Und es gibt viele derartige Probleme. Auch wenn viele mitziehen, ist es einfach nicht die Mehrheit (und zwar eine gro├če) dann n├╝tzt das reichlich wenig. Menschen sind egoistisch und das werden sie leider auch immer bleiben. Und Menschen ver├Ąndern zu wollen, klappt nur in den seltensten F├Ąllen.

    Liebe Gr├╝├če: Julia

  5. Andrea Says:

    Ich bin Julias Ansicht. Wie kommt der Mensch auf den Gedanken er k├Ânne mit der Welt machen was er will? Andere waren weit vor uns da, aber das ist uns doch egal!
    Vielleicht sind wir nicht das Endprodukt der Evolution als welches wir uns aufspielen. Aber w├╝rde eine andere ‘h÷here’ Spezies bei uns noch eine Chance haben sich zu entwickeln? Nein. Wir wŘrden sie verseuchen, erschiessen und essen.
    Wir werden uns selber zu Grunde richten. Wir sind unser eigener Scharfrichter. Und da nŘtzt es uns nichts so klug, entwickelt und was auch immer zu sein. Bis jetzt gab es noch keine Spezies die so dumm war und sich grundlos und unabsichtlich umbrachte. Applaus!

  6. Return95 Says:

    Ich pers÷nlich finde den Naturschutz um des Menschen Willen einfach nicht angebracht. Wir sind es der Natur schuldig ihr zu helfen und somit jenes, was wir ihr angetan haben, auch wieder gut zu machen.

    Schon alleine den Namen der Website “Naturschutz-nein-danke” finde ich unheimlich provokativ gegenŘber denen, die Respekt vor der Natur haben.

    Sorry Leute, aber in meinen Augen haben die, die so denken, einfach die falsche Einstellung gegenŘber der Natur und vor allem keinen Respekt davor, dass wir Menschen alles von ihr nehmen k÷nnen!

    In diesem Fall stimme ich Julia voll und ganz zu, mit allen ihren Aussagen hat sie in dieser Situation auf jeden Fall recht!

    Liebe GrŘsse Return95

  7. scout.blue Says:

    Leute, der Name der Webseite (wie auch Teile der Texte – der Rest ist Information) ist nat├╝rlich satirisch zu verstehen!

    Wenn der Grossteil der Leute engagierte Natursch├╝tzer f├╝r humorlose, knochentrockene, verbiesterte und verbitterte Sonderlinge und Fanatiker h├Ąlt, ist nichts gewonnen.

    Und es freut mich nat├╝rlich, dass bisher alle Kommentar pro Naturschutz waren!
    Aber bitte den Humor – auch und gerade bei ernsten Themen – nicht vergessen!

  8. Nadine Ruopp Says:

    hallo .. liebe leser..
    Es ist sehr wichtig dass wir unsere NAtur sch├╝tzen!
    Sehr viele Tiere sind von Aussterben bedroht!
    Unternehmen sie was …

  9. ich Says:

    Woher kommt ihr auf den Gedanken, dass wir der Erde etwas schuldig sind?
    Und warum ist es schlecht, sich von der Natur abzuspalten?
    Besteht der Sinn des ganzen Strebens nicht in der Unabh├Ąngigkeit von der Natur?
    Und wenn man die Natur schon sch├╝tzt, dann haupts├Ąchlich f├╝r den Menschen.
    Was bringt mir ein Wal, den ich zu nichts gebrauchen kann?

  10. Du Says:

    @ich
    absoluter Idiot! Nichts verstanden!!!

  11. Gott Says:

    @Du
    Leider hat er es sehr wohl verstanden.
    -Wir sind der Erde nichts schuldig, was sie ‘gibt’ bekommen wir umsonst, wir m├╝ssen es uns nur holen
    -Willst du im Jungel auf nem Baum wohnen? Eher nicht.
    -Wenn wir nicht nach Unabh├Ąngigkeit von der Natur streben w├╝rden k├Ânnte es keine solchen Foren geben
    -Egal wie man es sieht, w├╝rde es die Lebensqualit├Ąt des Menschens nicht verschlechtern, w├╝rde kaum jemand etwas gegen die Verschmutzung unternehmen

    vielleicht verstehst du seine Punkte jetzt

  12. J├ÂrgF Says:

    @Du
    genau so isses.
    Nur zeigt das eben auch, dass es sehr wohl einen Unterschied zwischen Umwelt- und Naturschutz gibt. Natur wird bereits auf der Startseite richig definiert, Umwelt jedoch nicht.
    Umwelt ist die Umgebung der Menschen. Die ist aber im Regenwald, in der Steppe, im Schwarzwald oder in einer Millionenstadt verschieden. W├Ąrend der eine Natur zur├╝ckdr├Ąngt um seine Umwelt und somit seine Lebensqualit├Ąt zu verbessern strebt der andere nach mehr Lebensqualit├Ąt ( einer besseren Umwelt)durch Renaturierung.

    Erst wenn die Umwelt durch einen Mangel an Natur leided, wird Naturschutz zum Umweltschutz.

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